Sternenkinder malen … doch warum?

Einer Mutter würde man so eine Frage gar nicht stellen, denn für sie gibt es kein „Warum“, sondern nur ein „Gerade deshalb“.

 

In vielen Kliniken werden die Sternenkinder oder auch Neugeborenen fotografiert.

Ein schwacher Trost für die Eltern, die gerade eben ihr größtes Gut, ihren Schatz verloren haben.

 

Wie sollen es junge Eltern begreifen, dass gerade ihr Kind jetzt schon wieder gehen soll?
Wie viel Schmerz über den Verlust des Kindes kann eine Mutter oder ein Vater aushalten, ohne daran zu zerbrechen?

Und wie soll die Trauer bewältigt werden, über ein Wesen, dass die Eltern nie haben kennen lernen dürfen, es aber über alle Maßen lieben?

 

Für diese Trauer gibt es keine Worte.

Kein Gespräch der Welt kann dies Gefühl abstellen.

Der Gedanke daran, dass es von diesem Kind niemals Fotos geben wird, keine Erinnerung, dass es die Eltern nie im Garten spielen sehen, wie es aufwächst, unter ihrer Obhut gedeiht und irgendwann selbst einmal Kinder haben wird, gerade dieser Gedanke hat mich sehr beschäftigt.

 

Einen Verlust auffangen. Ihn etwas „abfedern“. Gedanken und Gefühle sichtbar machen.

Eine schwierige Aufgabe inmitten dieses unbeschreiblichen Gefühl der Lähmung und Not.

 

Ich denke, die Eltern sind, nachdem sie ihr Kind verloren haben, alleine gelassen. Alleine mit der Gewissheit, dass die Lücke sich niemals wieder füllen wird.

 

Angehörige und Freunde können da nicht wirklich viel tun.

 

Die Erinnerung sichtbar machen

Viele der Eltern möchten sich aber eine Erinnerung bewahren. Ein Foto, ein kleiner Schuh, ein Spielzeug, dass sie für das Kind besorgt hatten.

Aber ist es wirklich das Foto, dass Eltern in den Händen halten wollen?
Es war nur ein Augenblick, als der Fotograf den Auslöser der Kamera herunterdrückte und den Eltern ein einziges Foto übergab.

Meist still und ohne Worte, wechselt dieses Foto dann in den Besitz der trauernden Eltern.

 

Ich hingegen möchte mich mit dem verstorbenen Kind beschäftigen. Seine Gesichtszüge, sein Lächeln, seine Haare, sein Wesen.
Vielleicht verbringe ich sogar viele, viele Stunden, um herauszufinden, was für ein kleiner Mensch dieses Kind geworden wäre, spreche mit den Eltern, halte Mailkontakt und erfahre so, was sie lieben, was sie sich erträumt haben mit ihrem einzigen Schatz, den sie nun verloren haben.

 

Anerkennung und Respekt bringe ich diesem verstorbenen Kind und dessen Eltern entgegen, indem ich für sie ein einzigartiges Sternenkind Gemälde anfertige.

 

Ein Gemälde, das von der Existenz eines Wesens berichtet, dessen Dasein bekundet und für immer eine Erinnerung bewahrt.

 

Respektvoll und nicht taktlos

Ein kleines und zerbrechliches Wesen würdigen, indem man es auf eine Leinwand malt.

 

Für viele Menschen mag dies nicht richtig sein und vielleicht denken auch einige, dass ich aus dem Tod Profit schöpfe.
Doch es ist ein Segen für die Eltern.

Ich versuche, den Eltern ein Stück ihres Kindes wieder zu geben. Den Anteil, der sie ihr Leben lang begleitet.

 

Trauerbewältigung hat viele Facetten. Und dies ist eine davon.

 

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Acrylbild by Stefanie Bernecker
Acrylbild by Stefanie Bernecker